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Montag, 14. Juli 2014

Kreatives Marketing: Air New Zealand wird wegen sexistischer Clips kritisiert - berechtigt?

Protest gegen die neueste Werbekampagne von Air New Zealand hat sich formiert. In diesen Videos treten Bikini tragende Models auf, welche die Fluggäste über die Sicherheitshinweise informieren.

Ist das nun schlimm? Viele sahen es so und die Fluggesellschaft wurde mit Petitionen und wütenden E-Mails konfrontiert. Inzwischen wird das Video nicht mehr auf Flügen gezeigt, was laut Gesellschaft aber an der üblichen Rotation der Videos liegen soll. Die Frist wurde einfach erreicht.


Mein Kommentar

Natürlich kann Marketing schief gehen. Viele haben sich durch die halbnackten Bikini-Schönheiten angewidert gefühlt. Da es ein Sicherheitshinweis war, konnten sie dem auch nicht entgehen.

Ich bewundere allerdings, dass sich Air New Zealand solche Mühe mit seinen Videos macht. Vor einigen Jahren gab es bspw. Sicherheitshinweise mit Figuren und Darstellern aus den Hobbit-Filmen. Das war eine echter Erfolg!


Damit will ich die Gesellschaft nicht in Schutz nehmen. Aber ungewöhnliches und kreatives Marketing kann mal funktionieren und mal nicht.


Freitag, 11. Oktober 2013

Facebook GraphSearch: Privatsphäre für Profile? - Gestrichen!

Facebook - das blaue Wunder?
(c)Simon/pixabay.com
Facebook hat mit einem Update die Privatsphäre-Einstellungen geändert. Über GraphSearch kann nun jeder gesucht und auch gefunden werden. Bislang war es für Nutzer noch möglich, sich selbst von solchen Suchergebnissen auszunehmen, indem man sein Profil auf "Privat" gestellt hat.
Doch Facebook - ein Unternehmen, das immer wieder wegen fehlender Privatsphäre oder mangelnden Datenschutzes in den Schlagzeilen steht - hat diese Möglichkeit nun entfernt.
Das hat zu einem mittleren Aufschrei in der Netzgemeinde geführt und an die Adresse von Facebook gingen wieder viele Beschuldigungen, Datenschutz und Persönlichkeitsrechte konsequent zu ignorieren.

Mein Kommentar:

Obwohl mein Profil und alle meine Seiten öffentlich sind, bin ich erzürnt über diesen Schritt. Bereits der Möglichkeit einer Privatsphäre beraubt zu sein, stößt uns allen erstmal sauer auf. Und wozu das alles? Damit Facebook seine eigene Alternativsuchmaschine namens GraphSearch weiter ausbauen kann. Denn bei Google kann man die eigenen Profildaten nämlich weiterhin ausblenden. 
Mir gefällt nicht, was sich hier entwickeln könnte.

Facebook selbst begründet in seiner Erklärung zur Entfernung des Features das Ganze lediglich damit, dass es nicht mehr so "nützlich sei wie früher" und es inzwischen bessere Datenschutzmöglichkeiten gebe. Die Erklärungsstruktur finde ich ein bisschen dünn.

Siehe auch: t3n.de / allfacebook.de


Freitag, 27. September 2013

#BoycottBarilla: Barilla will keine Werbung mit Homosexuellen und löst Shitstorm aus

Nudeln werden auch von Barilla gemacht.
(c)andrusdevelopment/flickr.com
Da haben wir ihn wieder: den berühmten Shitstorm. Diesmal hat es die Nudelfirma Barilla erwischt, die durch einen unglücklich formuliertes Gespräch in die Schlagzeilen kam. Guido Barilla - Chef des Familienunternehmens mit einem Jahresumsatz von fast 4 Milliarden Euro - soll in einem Interview im italienischen Radio gesagt haben, dass er keine Nudelwerbung mit Homosexuellen wünsche. Er wird damit zitiert, dass das Unternehmen Barilla eine etwas andere Kultur habe und heilige Familie unterstütze und das als zentralen Werte des Unternehmens ansehe.

Das hat natürlich beißende Reaktionen der Netzgemeinde hervorgerufen: Bei Twitter ist das Hashtag #BoycottBarilla zurzeit in aller Munde - parallel läuft unter #nudelnmitketchup auch eine Kampagne, um auf die prkäre Finanzsituation vieler Studenten hinzuweisen. (Zufall? Vielleicht nicht.)
Doch auch bei Facebook steht der Ticker nicht still und die Seiten von Barilla müssen einigen Spott und Hohn ertragen. Die Facebookseite von Barilla Deutschland bildet da keine Ausnahme: Das Mittelalter sei vorbei, heißt es in den Kommentaren oder schlicht: Ich kaufe keine Barilla-Produkte mehr.

Auch die offizielle Entschuldigung von Barilla hat nichts wirklich ändern können. In einiger Länge äußert sich laut Unternehmen Guido Barilla persönlich in diesem Facebookbeitrag:  "Bei allen Menschen, die ich mit meinen Worten verletzt habe, einschließlich der vielen Tausend Angestellten und Partner, die für und mit Barilla überall auf der Welt zusammenarbeiten, möchte ich mich für meine unsensiblen Äußerungen in aller Form entschuldigen. Mir ist bewusst, dass ich Menschen damit verletzt habe, und sie stellen nicht meine wirklichen Ansichten dar. [...]"

Nachdem wir es Anfang des Jahres bei Amazon hatten, im letzten Jahr bei McDonald's und ING DiBa sogar Mitt Romney nicht verschont bliebt, erwischt es nun den italienischen Nudelgiganten. In dieser technologischen Gesellschaft kann jedes Wort zum Eklat führen, weil alles aufgezeichnet wird. 
Deshalb kann es nicht schaden, wenn Sie sich an einen Profi wenden, um ein bisschen PR-Hilfe zu bekommen. Meine digitale Tür steht Ihnen jederzeit offen ...

Donnerstag, 19. September 2013

Merkelraute und die Netzgemeinde im Wahlkampf

Ineternet und Politik schließen einander entweder vollständig aus oder ergänzen bzw. streiten sich. Momentan kursieren bei Facebook und Tumblr (siehe hier) zu einem CDU-Plakat alle möglichen Parodien:

Joker aus dem Film "The Dark Knight".

Helge Schneider.

Hannibal Lector aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer".


Das bekannte Merkeldreieck (die Handhaltung) ist auf einem Poster gut zu erkennen und dient allerlei bekannten Helden und Schurken aus Film, Fernsehen und dem realen Leben Grundlage für Schabernack. Peer Steinbrück von der SPD sollte sich vielleicht Gedanken machen, warum er nicht so eine PR erhält.

Dienstag, 19. März 2013

Wie bekämpfst du deine YouTube-Dämonen?

Zum Thema Trolling bei YouTube haben unter anderem Whil Wheaton und Felicia Day (zwei sehr bekannte Internet-Promis) ein paar sehr weise Worte zu verlieren.


Das trifft meine Ansicht: Lasst es nicht zu sehr an euch rangehen. Und vor allem: bleibt kreativ. Nur wenn ihr etwas erschafft, kann man euch dafür kritisieren!

Montag, 18. Februar 2013

#Aufschrei bei Amazon: Nazi-Sicherheitsfirma gefeuert

Als erste Reaktion auf die ARD-Reportage "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" hat der Online-Versandhändler Amazon angekündigt, künftig nicht mehr mit der Sicherheitsfirma H.E.S.S. zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen soll laut der Reportage zu einem größeren Teil aus rechtsradikalem Personal bestanden haben (sozusagen Nazi-Security, wenn man es so nennen möchte) bzw. Kontakte zur rechtsradikalen Szene unterhalten. Die Sicherheitsfirma bestritt dies öffentlich.

Weitere Informationen:

Freitag, 15. Februar 2013

#Aufschrei über Amazon - ARD-Doku über Leiharbeiter und Nazi-Security beim Online-Händler

Vorgestern, am 13. Februar, sendete die ARD die Reportage "Ausgliefert! Leiharbeiter bei Amazon" und hat damit ein gewaltiges Medienecho hervorgerufen. Mich hat diese Meldung zunächst nur wenig tangiert, weil leider viel anderes zu erledigen war, aber heute habe ich mir die Reportage angeschaut - und war erschüttert. 
Da ich selbst auch häufig bei Amazon einkaufe und sogar einen kleinen Shop betreibe, haben mich die Enthüllungen der Reportage sehr betroffen gemacht. Hier zunächst das Video vom YouTube-Kanal der ARD:



Die bisherigen Folgen sind ein gewaltiger (und durchaus berechtigter!) Shitstorm gegen Amazon und Beteiligte, wie das Hotel, welches die Gastarbeiter unterbringt: Seepark Kirchheim (bei Verlinkungen bitte ein "rel=nofollow" einfügen; die sollen nicht noch davon profitieren).
Die Philosophie des Hauses: "Es ist unser Anspruch, Menschen glücklich zu machen und eine Insel der Gastlichkeit im Herzen Deutschlands zu sein." 

Natürlich gibt es auch viele viele entsetzte Menschen. Doch: Etwas weniger Dramatik und etwas mehr Aktion würde ich mir wünschen. Es ist gerade erst passiert, aber lasst uns nicht alle in Schockstarre verfallen, sondern etwas tun!
Der DGB schaltet sich bereits ein und andere - gerade in Landes- und Bundespolitik - sollten gleichziehen! 


Weitere Informationen:

Samstag, 6. Oktober 2012

Nicht ohne Twitter: Mitt Romney streicht Sesamstraße!?


Romney und ein vertauschter Buchstabe
In der zurückliegenden ersten US-Wahlkampfdebatte hat sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney laut einhelliger Berichterstattung besser geschlagen als Amtsinhaber Barack Obama. Eines hat der Mann aber nicht bedacht: das Internet und Twitter!

Mit einem einzigen Nebensatz hat Romney tausende von Sesamstraßen-Fans auf die virtuellen Barrikaden getrieben: Er sei zwar Fan von Big Bird, aber werde trotzdem die PBS-Subventionen streichen. Der öffentliche Sender PBS (Public Broadcasting Service) strahlt in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten die Sesamstraße aus. Big Bird, den Deutschen besser bekannt als Bibo, ist dabei eines der Aushängeschilder der Serie.
Twitter-Nutzer haben binnen kurzer Zeit nach dieser Aussage einen digitalen Angriff organisiert: Mit Hashtags wie #SaveBigBird oder #OccupySesameStreet laufen sie Sturm gegen Romneys Pläne.

#SaveBigBird wird begleitet von vielen Parodie-Bildern und -Kommentaren
Ob dies etwas am Ausgang der Wahl ändert, mag ich nicht zu sagen, aber einmal mehr hat das Internet mit seinen sozialen Medien bewiesen, dass es innerhalb kurzer Zeit Bürgermeinungen repräsentieren kann. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Sturm Romneys Kampagne schaden wird.
Hier könnt ihr euch die Highlights der bisherigen Protestwelle bei Twitter ansehen:

Montag, 13. August 2012

Der Shitstorm-Sommer 2012

#McDStories: Die Story eines gewaltigen Misserfolgs
Die Bezeichnung "Shitstorm" ist eigentlich unwürdig. Inhaltlich trifft der Fäkaliensturm zwar das, was er ist, aber es gibt doch wahrlich schönere Namen. Nur: braucht ein Shitstorm überhaupt einen schönen Namen?

Ein Shitstorm ist bekanntlich das Überschwemmen einer Fan- oder Website eines bestimmten Unternehmens oder einer Gruppe mit z.T. sehr beleidigenden Inhalten zu einem bestimmten Thema. Das hatten wir Anfang des Jahres mit Dirk Nowitzki und der ING DiBa oder dem #McDStories-Desaster bei McDonald's, das gab es eingeschränkt mit dem Pedobear-Zwischenfall bei Kitkat oder jetzt im Sommerloch mit dem Kundenservice bei Vodafone, dem "Wissens"-Magazin Galileo usw. Werder-Bremen-Fans, die gegen den Geflügelproduzenten Wiesenhof als neuen Sponsor protestieren, haben sogar eine eigene Facebookgruppe gegründet, die seit Gründung am 8. August fast 21.000 Fans vorweist!

Wie kommt das zustande? Sind plötzlich alle Leute zu Kritikern geworden? Mir erscheint es eher so, als ob die Leute sich endlich ihrer Macht als Konsument bewusst werden. Nur muss man mit dieser Macht auch umzugehen wissen. Ist wirklich alles, was kritisiert wird, auch kritikwürdig? Ich wurde letzte Woche beispielsweise böse von einem Verkäufer im Feinkostgeschäft angegangen. Der hitzige Italiener gab mir zu Verstehen, dass man bereits geschlossen habe und mich nicht mehr bedienen werde. Dass ich allerdings rechtzeitig einkaufte und lediglich die langsame Bedingung an der Fleischtheke alles verzögerte: davon war natürlich keine Rede.
Doch der Unterschied ist, dass ich keinen erbosten Kommentar auf die Facebookseite des Unternehmens setze. Zwar war es weiterhin unhöfliches Verhalten, das man mir gegenüberbrachte, doch das sind Momentaufnahmen. Das kann ich verzeihen. Was man jedoch in seiner Rage mal schnell bei Facebook oder anderen Netzwerken loslässt, das bleibt. Das hat Folgen. Das kann ganze Unternehmen ins Taumeln bringen.

Die Facebook-Fanpage der ING DiBa wurde wochenlange von wütenden Vegetariern belagert.
Wir Konsumenten haben im Internetzeitalter große Macht. Viele Unternehmen wissen das auch - und sie fürchten uns bereits.
Noch ist der Bildungsstand in der Bevölkerung zu unterschiedlich, als dass dies eine kolossale Gefahr darstellt, doch mit jedem Jahr und mit jeder älter werdenden Generation erhöht sich die Zahl derer, die mit dem sozialen Netz umgehen können. Die es ermöglichen, ewige Konzerne zu stürzen. Aber denkt daran, dass mit großer Macht auch große Verantwortung kommt. 

Nicht jedes Unternehmen verdient eine große Hetzkampagne; manchmal nur wegen eines kleinen unfreundlichen Verkäufers.