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Freitag, 30. Mai 2014

Schrift|Architekt: Von fraktalen Fonts, serifen Schriften und dem Grotesken

Ein Font ist nicht die Grundlage einer Suppe, denn das wäre ein Fond. Dennoch gibt es heute einen Grundlagenartikel, der sich mit soliden und grundständigen Sachen beschäftigt und meiner selbstgewählten Berufsbezeichnung Schrift-Architekt endlich einmal gerecht wird: Schriftgruppen, Fonts und Grapheme.

Etwas Fachvokabular zum Angeben

Zunächst ein kleiner Ausflug in die Linguistik: Jede Wissenschaft hat ihren Fachwortschatz, so auch die Linguisten. In der gesprochenen Sprache dreht sich alles um Phone und Phoneme. In der geschrieben Sprache sind dies Graph und Graphem.

Graph: kleinste analysierbare Einheit der geschriebenen Sprache, bei uns: ein Zeichen (in anderen Sprachkulturen wie der chinesischen die kleinsten Sinneinheiten des Schriftsystems)
Graphem: kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der geschriebenen Sprache, bei uns: auch ein Buchstabe

Hier wird's kniffelig. Das Graphem <s> kann durch die Graphen <S>, <s> oder <ß> ausgedrückt werden. Die Graphen sind die reinen Zeichen in einer geschriebenen Sprache. Diese Zeichen müssen nicht immer Sinn ergeben. Wir haben auch Graphe wie <%>, <&>, <§> oder <ß>

Schriftgruppen

Grundsätzlich lassen sich fünf verschiedene Hauptgruppen unterscheiden:
1. Fraktur
2. Antiqua/Serif
3. Grotesk
4. Schreibschriften
5. Novelty-Varianten

Kontraste werden erzielt bei der Verwendung von Schriften unterschiedlicher Schriftgruppen. Alle Schriften setzen sich aus dem Font zusammen, d.h. der Gesamtheit aller Buchstaben des Alphabets, Ziffern, Satz- und Sonderzeichen.

Montag, 6. Mai 2013

Gruenderszene.de: Nicht nur ein bisschen


Man spricht über vieles - am liebsten über sich.
Normalerweise zitiere ich nur wenig, denn der Unique Content ist beim Bloggen eine wichtige Sache. Doch dieser Artikel bei Gruenderszene.de spricht mir aus meiner Seele, dass ich nicht umhin komme, ihn direkt und fast in Gänze zu zitieren.
Also hier die Anmerkung: Der folgende Text wurde übernommen. Für das Original einfach bei Gruenderszene.de klicken:

99% aller Business-Präsentationen fangen so an: “Bevor ich anfange, möchte ich ein bisschen was zu unserem Unternehmen sagen.” Doch was hat das “ein bisschen” da verloren? Die eigene Firma ist Leidenschaft, Leben, Zukunft. Warum würde man nur ein bisschen darüber reden wollen?
Botschaftsreduzierer wie “ein bisschen” durchlöchern das tägliche Vokabular, inklusive Business-Jargon, wie Schweizer Käse. Das schlimme ist: Mit jedem Botschaftreduzierer wird die Kommunikation saft- und kraftloser.

Jedes Wort zählt

Jedes Wort zählt in der Kommunikation. In einer renommierten europäischen Wirtschaftszeitung war vor einigen Monaten zu lesen: Europäisches Bruttosozialprodukt steigt nur um 0,2%. Man stelle sich die gleiche Überschrift ohne das Wort “nur” vor. Die Reaktionen wären: Wow! Wachstum in der größten Finanzkrise aller Zeiten – ausgezeichnet! Und jetzt mit dem Wort “nur”. Oh Mann, was für Loser!
Dass Zeitungen solche Botschaftsreduzierer absichtlich setzen, um die Auflage zu steigern, liegt auf der Hand. Positive Nachrichten verkaufen sich nicht so gut. In der freien Rede vor Menschen, die wir für unser Produkt begeistern wollen, in unserer täglichen Kommunikation mit unseren Stakeholdern, wollen wir und müssen wir genau den gegensätzlichen Effekt erzielen: kraftvolle, positive, erfolgsorientierte Kommunikation.

Über Bord mit den Dingern

Eine Herausforderung, denn das tägliche Jargon ist regelrecht durchsetzt von Botschaftsreduzierern:
Ein bisschen, klein, wenig, kurz, einfach, nur, schnell, hoffentlich, möglicherweise, wahrscheinlich, potenziell, eigentlich, vielleicht, quasi, könnte, sollte, würde, denken, glauben, vermuten, versuchen, wollen, ziemlich, …
Die Liste geht weiter und weiter und weiter. Wenn es darum geht, sich selber und die Botschaft kleiner zu machen, sind viele Weltmeister. Sich selber aufzublasen und grösser zu machen, als man ist, das würde zu Recht als arrogant wahrgenommen werden. Aber es besteht auch überhaupt kein Grund dafür, sich kleiner zu machen.

Weniger Reduktion, mehr Enthusiasmus

Mit marginalen Umformulierungen werden aus lahmen Enten in der Kommunikation zielstrebige Seeadler:
  • Von “Wir versuchen, unser Ziel zu erreichen.” zu “Wir werden unser Ziel erreichen.”
  • Von “Ich glaube, Du kannst das.” zu “Ich weiß, Du kannst das.”
  • Von “Es ist nur eine Initiative.” zu “Es ist eine fantastische Initiative.”
  • Von “Wir sollten aggressiver in Marketing und Sales werden.” zu “Lasst uns aggressiver werden in Marketing und Sales.”
  • Von “Ich werde heute ein bisschen über unsere Firma sprechen.” zu “Ich werde heute einige aufregende Facetten unserer Firma mit Euch teilen.”

Dienstag, 26. März 2013

Wirre Gedanken: Maritime Traditionen der digitalen Surfer

In Erinnerung an seemännische Glückwünsche habe ich mir einen neuen Internetgruß überlegt, auch wenn er sicherlich noch kürzer gefasst werden könnte:
Allzeit sicheres Streaming und immer eine Handbreit Speicherplatz auf dem Server. 
Ein mögliches Kürzel: ASSUIHSADS (gesprochen: Assui-Sads). Was meint ihr? Wie verrückt klingt das? ;)

Donnerstag, 14. Februar 2013

15 Grundsätze für gute PR

Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit beschreiben beide dasselbe. Und ein paar Grundsätze können nie schaden, um zu definieren, nach was ein PR-Berater streben sollte und wonach einer handeln sollte.
Ich hoffe, ich kann diesen Grundsätzen immer treu bleiben!
  1. Agieren, nicht reagieren.
  2. Ehrlichkeit: Schweigen, Dementieren, Abstreiten, Vernebeln etc. passen nicht in die vortwärts strebende Grundhaltung eines PR-Treibenden.
  3. Öffentlichkeitsarbeit basiert auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
  4. Kontinuität: Öffentlichkeitsarbeit muss kontinuierlich betrieben werden.
  5. Das "Durchsichtig-Machen" für jeden Interessierten ist notwendig, weil nur durch Information Unkenntnis und daraus erwachsend Missverstehen, Misstrauen und Ablehnung vermieden werden können.
  6. Öffentlichkeitsarbeit kann nur in der Öffentlichkeit gedeihen. Anonyme Aussagen sind wertlos und wecken Verdacht und sogar Animosität.
  7. Öffentlichkeitsarbeit gründet auf Tatsachen. Geschwätz und vage Umschreibungen sind unangebracht und kommen nicht an.
  8. Einheit von Wort und Tat: Die gemachte Aussage muss immer mit bekannten, sichtbaren oder feststellbaren Gegebenheiten übereinstimmen.
  9. Öffentlichkeitsarbeit ist eine Dienstleistungsfunktion, abgeleitet von der Person und Politik des Auftraggebers.
  10. Öffentlichkeitsarbeit ist eine Beratungsaufgabe hohen Ranges. Der PR-Berater muss unter den engsten Ratgebern der Spitzenpersönlichkeit rangieren und uneingeschränkten räumlichen und zeitlichen Zugang haben.
  11. Motivation: Die Zielpersonen oder -gruppen zu aktivieren ist eine sehr wesentliche Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit.
  12. Einheitlichkeit: Öffentlichkeitsarbeit verlangt, mit einer gemeinsamen Zunge zu reden.
  13. Zwei Meister: Öffentlichkeitsarbeit hat einen Januskopf, d.h. sie blickt mit einem Gesicht ständig zum Auftraggeber und mit dem anderen zur Öffentlichkeit.
  14. Öffentlichkeitsarbeit erstreckt sich auf das ganze öffentliche Leben.
  15. Dialog: Öffentlichkeitsarbeit ist eine Zwei-Wege-Kommunikation (Two-way communication), d.h. Informationsfluss in beide Richtungen.
(Quelle: ABC des Journalismus, nach Oeckl 1976)

Donnerstag, 16. August 2012

Gamescom 2012: Ich habe viel Fantaise

Ich bin peinlich berührt; nicht etwa wegen der Veranstaltung, nein. Ich bin selbst ein großer Gamer und Genre-Freund. Dass ich dieses Jahr nicht zu Gamescom (bzw. früher zur Games Convention nach Leipzig) pilgere, liegt nur daran, dass ich mir einmal eine Auszeit nehmen möchte.
Nein, mir geht es in diesem Beitrag um ein Video bei web.de, der unter anderem eine Bildsequenz eines Online-Spiele-Anbieters enthält. Hier das Standbild:

Für Video das obige Bild klicke

Den DUDEN Rechtschreibung gibt's schon günstig als E-Book zu kaufen. Denn bei diesem nicht einmal langen Satz sollte es doch mindestens eine Person gegeben haben, die das Korrektur liest, oder?! Wir gehen mit fehlerbehafteten Plakaten auf eine Millionenmesse? Ich bin mir gerade unsicher ob ich den Kopf schütteln soll oder lauthals loslachen ... klar, ich mache auch Fehler. Aber so einen lächerlichen Tippfehler bei einem so einfachen Wort? Oder hat das Reuters (von dem das Video stammt) hier absichtlich aufgenommen, um die Gamerszene in ein entsprechendes Licht zu rücken?
Habt ihr auch schon witzige, peinliche oder einfach amüsante Gamescom-Ausrutscher entdeckt? Die Messe ist inzwischen ja am Kochen, da sollte also langsam einiges an Material auf uns zukommen.

Montag, 2. Juli 2012

[Schrei(b)blockade] Satzzeichen retten Leben!

Seit einiger Zeit bereits ist dieses Bild ein Favorit auf meinen Pinterest-Boards, aber ich möchte es als Einstieg nutzen für meine Reihe: Schrei(b)blockade.

"Wir essen jetzt Opa" - Satzzeichen retten Leben!
In Auszügen wird mein Newsletter hier Einzug finden. Mit dem Vorbild Bastian Sicks Zwiebelfisch-Kolumne möchte ich auch auf Dinge in unserer Sprache hinweisen. Welche Fehler kann man vermeiden, was fasziniert mich selbst an manchen Worten und Dinge wie: wo ist eigentlich der Unterschied zwischen das gleiche/dasselbe?

Bleibt gespannt und kommentiert fleißig: Was interessiert euch schon die ganze Zeit? Welche Fragen zur Grammatik habt ihr euch schon immer gestellt? Welche Themen könnte ich ansprechen?